Presse-artikel


Alle Zeitungsartikel auf dieser Seite wurden aus dem Straubinger Tagblatt, Dingolfinger, Mittelbayrische, Kötztinger Umschau, Bayerwald Echo und der Chamer Zeitung entnommen.




Bayerwaldecho:

Cham.Den 3. November 2005 hat Gottfried Glöckner nicht vergessen. An diesem Donnerstag hatte der Landwirt aus Hessen zum ersten Mal für einen Vortrag im Chamer Kolpinghaus gastiert. Was ihm danach widerfahren war, hatte er damals noch nicht vorhersehen können. Zur Hauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft noch produzierender Landwirte (AnpLO) begrüßte Vorsitzender Wolfgang König die Teilnehmer. Auch von auswärtigen Landkreisen wie Straubing oder Landshut hatten sich Mitglieder und Gäste auf den Weg nach Cham gemacht. Beim Totengedenken erinnerte der Vereinschef besonders an das 2018 verstorbene Mitglied Josef Pfeffer: „ein großer Verlust“, wie König betonte. Schriftführerin Martina Deuschl blickte zurück ins vergangene Jahr. Bei der Jahresversammlung referierte Heinrich Schmid zum Thema „Der schleichende Tod“ – in Anspielung auf das Bauernsterben. Zahlreiche Infoveranstaltungen und Vorträge, wie etwa „Der psychogenetische Code“ mit heilpraktischem Ansatz am 23. April in Rattiszell, bereicherten das Programm. Ein Highlight war das Friedenspilgern vom 16. bis 24. Juni. „Landwirtschaft ohne Chemie“ hieß es anlässlich eines Vortrags im Juli. Besonders einprägsam empfanden viele Teilnehmer die Busfahrt zur Demo nach München unter dem Motto „Mir ham’s satt!“.

Alarmierende Zahlen

Der Vorsitzende erinnerte u. a. an die neue Datenschutzgrundverordnung, aktualisierte Sojaeinfuhrverordnungen und die Glyphosatdiskussion. Besorgniserregend sei die grundsätzliche Entwicklung in Bezug auf die Lebensmittelerzeugung und damit die Ernährung. Alarmierend gar seien die Zahlen noch bäuerlicher Betriebe: Der Rückgang von über 1,1 Millionen Betrieben 1970 auf gerade noch 275 000 Ende 2016 sei ein eindeutiges Indiz, dass die bäuerliche Landwirtschaft „kaum noch Zukunftschancen hat“.

Der Vorsitzende erinnerte u. a. an die neue Datenschutzgrundverordnung, aktualisierte Sojaeinfuhrverordnungen und die Glyphosatdiskussion. Besorgniserregend sei die grundsätzliche Entwicklung in Bezug auf die Lebensmittelerzeugung und damit die Ernährung. Alarmierend gar seien die Zahlen noch bäuerlicher Betriebe: Der Rückgang von über 1,1 Millionen Betrieben 1970 auf gerade noch 275 000 Ende 2016 sei ein eindeutiges Indiz, dass die bäuerliche Landwirtschaft „kaum noch Zukunftschancen hat“.

Zum Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ bemängelte König, die Landwirtschaft sei sicher nicht der alleinige Insektenvernichter, wie von vielen Seiten dargestellt. Gleichwohl räumte er ein, dass die Landwirtschaft es nicht geschafft habe, die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Dürrehilfen, TTIP und CETA-Verordnungen oder die emissionsarme Gülleausbringung waren weitere Schlagwörter, auf die König einging. Cornelia Maurer wurde nach ihrem Bericht von den Kassenprüferinnen in ihrem Amt bestätigt und entlastet.

Mit dem Kassenbericht begannen die Emotionen im Kolpinghaus Einzug zu erhalten. Nach der lebhaften Diskussion über die Initiative „Wir haben es satt“ schloss Gottfried Glöckner seinen Vortrag an. Der Landwirtschaftsmeister begann mit dem Bericht über seine Verurteilung kurz nach seinem ersten Besuch in Cham. Damals sei er unschuldig wegen angeblicher Vergewaltigung ohne Beweise oder Gutachten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Glöckner selbst hatte, wie er erzählte, zu dieser Zeit an der Volksabstimmung „gentechnikfreie Schweiz“ mitgearbeitet, das positive Ergebnis der bis heute gültigen Abstimmung jedoch erst in der Haft erfahren. Gar Tränen in den Augen hatte Glöckner in Erinnerung an seinen langjährigen, am 28. Dezember 2018 verstorbenen Freund Klaus Faißner. Faißner war bereits zu Lebzeiten als Buchautor, Journalist und Gentechnik-Gegner bekannt geworden.

Die Kühe wurden krank

Nach diesen persönlich-emotionalen Schilderungen widmete sich Glöckner dem eigentlichen Thema. Er schilderte den Leidensweg seiner ursprünglich gesunden Kühe nach der Fütterung mit BT-Mais. Er habe sich für Untersuchungen eingesetzt und mithilfe von Experten BT-Toxin im Silomais nachweisen können. Glöckner schlug immer wieder die Brücke zu seinem damaligen Gegner, dem Großkonzern Syngenta.   Es war unverkennbar, welche Bedeutung der Vortrag „Ein Bauer packt aus“ in Cham für Gottfried Glöckner besaß. Er war gewissermaßen die Verarbeitung seines Kampfes gegen die Großkonzerne der Gentechnik, aber auch seines privaten Schicksals. Im Kolpingsaal war es sehr still geworden, erst zur Diskussion gab es wieder Wortmeldungen seitens der Zuhörer. 






14.02.18